IBBK Institut für Beratung - Begutachtung - Kraftfahreignung GmbH

Alkohol - Spezielle Anforderungen

Der Gesetzgeber schreibt eine MPU zum Thema Alkohol vor,

* Diese Regelung wurde bereits von einigen Bundesländern umgesetzt, wird aber noch nicht bundeseinheitlich so gehandhabt - es liegt jedoch eine entsprechende Empfehlung des Verkehrsgerichtstags aus dem Jahr 2016 vor. (Stand: März 2016)

Man geht davon aus, dass hinter solchen Auffälligkeiten ein Alkoholkonsum besteht, der nicht mehr normal ist.

Gutachter sollen bei der MPU in Erfahrung bringen, ab wann und warum ein problematischer Alkoholkonsum entstanden war, der letztlich zur Auffälligkeit geführt hatte.

Bei der Begutachtung sollen wir prüfen, wie weit sich der frühere Alkoholkonsum entwickelt hatte.
Damit ist gemeint,

Von einer Alkoholabhängigkeit müssen Gutachter ausgehen, wenn bereits eine Alkoholentwöhnungstherapie oder eine vergleichbare (in der Regel suchttherapeutisch unterstützte) Maßnahme (stationär oder ambulant) durchgeführt wurde.
Bei einer Alkoholabhängigkeit sollen wir feststellen können, dass eine angemessene Problembewältigung zu einer stabilen Alkoholabstinenz geführt hat.

Wie lang muss ein Abstinenznachweis bei Alkoholabhängigkeit für eine MPU sein:

Wie lang muss ein Abstinenznachweis bei einer fortgeschrittenen Alkoholproblematik sein, ohne dass von einer Alkoholabhängigkeit auszugehen ist:

Wie lange muss ein kontrollierter Alkoholkonsum bestehen:

 

Laborbefunde

Im Vorfeld der MPU müssen Nachweise dann erbracht werden, wenn Abstinenz zu fordern ist.

Früher erfolgte die Abstinenzkontrolle anhand von Blutbefunden, insbesondere den Leberwerten (und hierbei vor allem die Gamma-GT), dem Blutbild, genauer dem MCV-Wert und gegebenenfalls dem CDT.

Diese Marker können nicht zwischen einem mäßigen Alkoholkonsum und einer Alkoholabstinenz unterscheiden, sondern nur hohen Alkoholkonsum anzeigen. Im manchen Fällen reagieren Leberwerte trotz hohem Alkoholkonsum nicht mit einem Anstieg. Die Leberwerte und der MCV-Wert können auch bei zahlreichen anderen Ursachen (Medikamenteneinnahmen, bestimmte Krankheiten) ansteigen.

Deshalb wird heutzutage zur Bestätigung von Alkoholabstinenz ein neuartiger Alkoholmarker eingesetzt, der aus dem Urin gewonnen wird. Es handelt sich um ein Stoffwechselprodukt des Alkohols, das Ethylglucuronid, kurz Etg genannt. Dieses wird nur wenige Tage nach dem Alkoholkonsum ausgeschieden und muss deshalb im Rahmen eines Kontrollprogramms nach unvorhersehbarer, kurzfristiger Einbestellung gewonnen werden. Wenn ein Mensch Alkohol getrunken hat, kann man das Etg finden. Hat er keinen Alkohol getrunken, dann findet man das Etg nicht.
Der Nachweis einer Alkoholabstinenz kann also nur über Etg aus Urin oder Haaren geführt werden.
Mit einer Haaranalyse kann man in die Vergangenheit blicken. Wir weisen darauf hin, dass man mit einer Haaranalyse auf Etg nur einen Abstinenznachweis von 3 Monaten erfassen kann.

Bei kontrolliertem Alkoholkonsum ist es wichtig vor der MPU Leberwerte und/oder CDT alle 1 – 2 Monate kontrollieren zu lassen, weil damit Angaben zu mäßigen Trinkmengen glaubhaft unterstützt werden. Solche Laborkontrollen können Sie von Ihrem Hausarzt durchführen lassen.

Bei der MPU wegen Alkohol werden die Leberwerte immer bestimmt.
Wenn Sie also deshalb eine MPU brauchen, dann lassen Sie Ihre Werte bereits vorher durch den Hausarzt bestimmen und klären Sie ab, ob die Werte im Normbereich liegen. Wenn das nicht so ist, kann Ihr Arzt abklären, woran es liegt. Wenn es nicht am Alkohol liegt, dann ist es wichtig, dass Sie den Befund bei der Begutachtung mitbringen, damit wir den Grund für erhöhte Leberwerte erfahren und entsprechend Alkohol als Ursache ausschließen können.

Um den Abstinenznachweis sicher in ihrem Gutachten verwerten zu können, müssen bei Nachweisen im Urin forensische Bedingungen eingehalten werden.

Sie können solche sicheren Nachweise bei den Begutachtungsstellen von IBBK GmbH durchführen lassen.

   

Wie Sie feststellen können, was Sie verändern müssen!

Wenn Sie genau in sich hineinhorchen und vielleicht auch noch berücksichtigen, was andere Menschen Ihnen vielleicht immer mal wieder gesagt haben, dann haben Sie möglicherweise eine erste Idee, was Sie ändern sollten.

Die Meinung von anderen Menschen, denen Sie etwas bedeuten, kann also wichtige Hinweise
für Sie bringen.
Es kann auch nützlich sein, wenn Sie Ihren Arzt fragen, wie er Ihren Alkoholkonsum beurteilt und was er Ihnen rät.
Spezialisierte Ansprechpartner finden Sie auch bei niedergelassenen Diplom-Psychologen, die sich vor allem mit Verkehrspsychologie beschäftigen oder bei den Alkoholberatungsstellen.

Für uns als Gutachter ist es nicht wichtig, wodurch (ausschließlich eigene Erkenntnis oder Unterstützung durch eine verkehrspsychologische Maßnahme) Sie für sich erkannt haben, was Sie ändern müssen.
Wichtig ist, dass Sie für sich zu einer richtigen Entscheidung gekommen sind.
Für viele Menschen ist es dabei wichtig, sich von Spezialisten Unterstützung zu holen, weil vier Augen eben mehr sehen als zwei. Wir haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass solche Veränderungen bei unseren Kunden mit der Unterstützung durch Spezialisten schneller und effektiver sind.

So oder so:
Sie brauchen einen Überblick über ihren früheren Alkoholkonsum und sollten zum Zeitpunkt der MPU ausreichend lange und ausreichend verändert mit Alkohol umgehen (Alkoholabstinenz oder kontrolliertes Trinken).
Und dann sollten Sie uns das auch alles mitteilen, damit wir es im Gutachten für die Fahrerlaubnisbehörde erklären können.